kurz & knackig

News vom 16.03.2026

Mario Aeberhard im Interview

Die Winterspiele 2026 in Milano Cortina bleiben für Mario Aeberhard ein Meilenstein: Am 22. Februar 2026 gewann er im Vierer-Bobsleigh die Bronzemedaille – ein Moment, der jahrelange harte Arbeit belohnt. Doch für den jungen Athleten ist diese Medaille nicht das Ziel, sondern der Beginn eines neuen Kapitels.

Im Interview spricht er über Inspiration durch seinen Vater, den Umgang mit Druck im Wettkampf und seinen Fokus auf Schnellkraft und Explosivität. Zudem erklärt er, welche Rolle Partner und Sponsoren auf dem Weg zur Weltspitze spielen – und warum die kommende Spitzensport-Rekrutenschule in Magglingen ein wichtiger Schritt für seine weitere Entwicklung sein wird.

KURZPROFIL


  • Name: Mario Aeberhard

  • Geburtsdatum: 3. November 2005

  • Geburtsort: Jegenstorf, Schweiz

  • Nationalität: Schweiz

  • Grösse / Gewicht: 178 cm / ca. 86 kg

  • Disziplin: Zweier- und Viererbob

  • Position: Anschieber

  • Weltcup-Debüt: 23. November 2025


 

SPORTLICHER WERDEGANG


Der sportliche Weg von Mario Aeberhard begann nicht direkt im Bobsport. In seiner Jugend war er zunächst in anderen Sportarten aktiv und entwickelte dort wichtige Grundlagen für seine heutige Rolle als explosiver Anschieber.

Eishockey: 2015: Einstieg in den Leistungssport
Skeleton: 2018: Wechsel in den Eiskanalsport
Leichtathletik: 2020: Training beim STV Einsiedeln als Ergänzung zur Athletik
Seit 2022: Wechsel zum Bobsport und Aufbau einer internationalen Karriere

 

MEILENSTEINE


2023

  • Teilnahme an nationalen Wettkämpfen

  • Junioren-Schweizermeister im Viererbob (Team von Fabian Gisler)


2024

  • Erste internationale Starts im Europacup als Anschieber von Nils Reich


2025

  • Vize-Juniorenweltmeister (U23) im Zweierbob

  • Weltcup-Debüt im Viererbob von Cédric Follador (23. November 2025)


2026

  • Teilnahme an den Olympische Winterspiele 2026 in Milano Cortina

  • Bronzemedaille im Viererbob mit Pilot Michael Vogt sowie den Anschiebern Andreas Haas und Amadou Ndiaye

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Mario Aeberhard im Interview

Du hast am 22. Februar 2026 im Vierer-Bobsleigh bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Milano Cortina, Bronze gewonnen – herzliche Gratulation von uns! Was bedeutet dir diese Medaille persönlich, und welche Motivation ziehst du daraus für deine Zukunft?

 

Mario Aeberhard: Diese Medaille ist die Belohnung für jahrelange harte Arbeit. Persönlich zeigt sie mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Sie ist kein Endziel, sondern ein gewaltiger Motivationsschub, um in Zukunft noch öfter auf dem Podest zu stehen.

 

Dein Vater war selbst Bobfahrer. Inwiefern hat dich seine eigene Karriere geprägt – eher als Inspiration, als Orientierung oder auch als zusätzlicher Ansporn, deinen ganz eigenen Weg im Bobsport zu gehen?
 

Mario Aeberhard: Mein Vater war definitiv die initiale Inspiration, aber er hat mir nie Druck gemacht. Er ist für mich eine wertvolle Orientierungshilfe, da er die Dynamik des Sports versteht. Mein grösster Ansporn ist es jedoch, meine eigene Geschichte zu schreiben und nicht nur "der Sohn von" zu sein.


 

Wettkämpfe bringen Druck, hohe Erwartungen und viel Dynamik mit sich. Wie findest du in solchen Momenten deinen Ausgleich und schaffst es, den Fokus genau dann abzurufen, wenn es darauf ankommt?

 

Mario Aeberhard: In hektischen Momenten schalte ich in den Tunnelmodus. Ich verlasse mich auf meine Routinen, egal ob es ein Europacuprennen oder die Olympischen Spiele, ich wärme gleich auf usw. Den Ausgleich finde ich abseits der Bahn bei der Familie und Freunden; das erdet mich und lädt die Batterien auf.

 

 

Mit Blick auf deine nächsten Ziele: Welche konkreten Meilensteine hast du dir für die Zukunft gesetzt – und was treibt dich täglich an, konsequent darauf hinzuarbeiten?

 

Mario Aeberhard: Der nächste grosse Schritt ist die Konstanz im Weltcup. Ich will mich fest in der Weltspitze etablieren. Was mich täglich antreibt, ist das Streben nach noch mehr Schnellkraft und dem Wissen, dass im Bob jedes Hundertstel über Sieg oder Niederlage entscheidet.

 

 

Bobsport ist technisch und physisch anspruchsvoll. Welche Rolle spielt Krafttraining und worauf legst du persönlich den grössten Fokus?
 

Mario Aeberhard: Krafttraining ist das Fundament für einen explosiven Start. Ohne die nötige Power am Schlitten nützt die beste Lenktechnik nichts. Mein Fokus liegt extrem auf der Schnellkraft und der Explosivität in den ersten Schritten, dort wird das Rennen oft schon vorentschieden.

 
 

Du bist noch sehr jung im Vergleich zu vielen etablierten Athlet*innen im Bobsport. Spürst du das im Training oder im Wettkampf – oder siehst du dein Alter eher als Vorteil?


Mario Aeberhard: Ich sehe mein Alter eher als Vorteil. Ich bringe eine gewisse Unbekümmertheit mit und regeneriere schneller. Natürlich fehlt mir gegenüber den Routiniers manchmal die Erfahrung auf bestimmte Situationen beim Start, wenn beispielsweise Fehler beim Einsteigen passieren, aber das mache ich mit Hunger und Lernbereitschaft wett.



Wie wichtig sind für dich Partner, Sponsoren und Engagements, die deinen sportlichen Weg langfristig unterstützen?


Mario Aeberhard: Ohne langfristige Partner wäre Spitzensport auf diesem Niveau nicht möglich. Es ist ein Privileg, Menschen und Unternehmen hinter sich zu wissen, die an den gemeinsamen Erfolg glauben. Das gibt mir die nötige finanzielle und mentale Sicherheit, mich voll auf den Sport zu konzentrieren.

 
 

Im Mai 2026 startest du mit der Spitzensport-Rekrutenschule. Was erwartest du dir von dieser Zeit – sportlich, aber auch persönlich? Und welche Entwicklungsschritte möchtest du dort gezielt angehen?

 

Mario Aeberhard: Ich erwarte mir von der Zeit in Magglingen einen weiteren Professionalisierungsschub. Sportlich will ich die erstklassige Infrastruktur nutzen, um physisch nochmals ein Level zuzulegen. Persönlich freue ich mich auf den Austausch mit Athleten aus anderen Sportarten, es ist immer wieder sehr interessant zu sehen, wie sie trainieren und essen.

 

Herzlichen Dank für deine Zeit und weiterhin viel Freude und Erfolg auf deinem Weg!